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Allgemeines
Standort
Licht
Pflanzsubstrat
Wasser
Düngung
Pflegetips


Allgemeines

Diese Seite enthält Wissenswertes zur Pflege und Kultur von Palmen. Alle Ansprüche an Standort, Licht, Substrat, Wasser und Dünger werden in eigenen Abschnitten beschrieben, die Sie oben direkt anwählen können.

Nach allgemeiner Einschätzung sind Palmen Pflanzen, die normalerweise in warmen und sonnenreichen Gebieten natürlich vorkommen. Schuld an dieser Einschätzung mag die Cocos-Palme sein, die in allerhand Werbespots den Sonnenurlaub schlechthin verkörpert. Während dieses Bild auf nicht wenige Arten auch durchaus zutrifft, gibt es jedoch auch viele Arten, die unter ganz anderen klimatischen Bedingungen wachsen. Viele Palmen sind ausgesprochene Urwaldbewohner, die oft genug nicht groß genug werden, um direkte Sonneneinstrahlung abzubekommen, sondern müssen sich mit mäßigem Licht begnügen. Man muß hierbei zudem zwischen trockenem Dschungel und sehr feuchtem Regenwald unterscheiden, an den die dort vorkommenden Palmen selbstverständlich sehr gut angepaßt sind. Andere Palmenarten wachsen in großer Höhe mit entsprechend kühler Witterung und vertragen keine tropischen Temperaturen.

Man muß wissen, welche Umweltbedingungen am Herkunftsort herrschen, um den Palmen diese Bedingungen wenigstens annähernd bieten zu können. Palmen aus dem Regenwald benötigen z.B. auch bei Zimmerkultur eine hohe Luftfeuchtigkeit bzw. möchten regelmäßig mit Wasser eingenebelt werden und mögen nur indirektes Licht. Andere stehen auch im Winter deutlich lieber draußen an einem geschützen Ort als in einem zu warmen Zimmer.

Allerdings wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird. Eine Regenwald-Palme müssen Sie beispielsweise absolut nicht zwischen 16.00 und 18.00 Uhr pausenlos mit Wasser besprühen, um die Niederschläge zu simulieren. Es reicht, wenn man die Ansprüche an Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wasser im wesentlichen erfüllt.


Standort

Wie schon oben dargelegt, sind die Ansprüche verschiedener Palmenarten sehr unterschiedlich, ja sogar absolut konträr. Allgemein kann man sagen, daß sie umso besser gedeihen, je näher die Umweltbedingungen an die des Herkunftorts herankommen. Eine Palme, die volle Sonne benötigt, wird man natürlich ans Süd- oder Südwestfenster bzw. auf den Balkon oder auf die Terrasse stellen. Für Palmen, die das gedämpfte Licht eines Dschungels gewöhnt sind, ist hingegen ein Standort an einem reinen Ost- oder Westfenster oder gar im Innenraum der Wohnung geeignet. Aber Vorsicht: Bei zu wenig Licht vergeilen auch Palmen sehr leicht, d.h. sie neigen zu Monsterwuchs und bilden Wedel aus, die sich selbst kaum tragen können. Begünstigt wird dies durch erhöhte Temperatur. Dies ist ein Punkt, dem man insbesondere bei der  Überwinterung von Kübelpflanzen Beachtung schenken muß.

Deshalb muß man den Standort einer Palme sehr sorgfältig, am besten vor dem Kauf, auswählen. Hinweise auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen  Palmenarten finden Sie u.a. in dieser Site.


Licht

Ob der von Ihnen angedachte oder bereits schon gewählte Standort in Bezug auf das Licht der Palme gerecht wird, können Sie am einfachsten mit einem im Handel erhältlichen, sogenannten Luxmeter, einem Meßgerät für die Lichtintensität, feststellen. Wichtig ist, daß der Meßbereich mindestens den Bereich zwischen 700 und 5000 Lux umfaßt und daß eine einigermaßen zuverlässige und genaue Ablesung möglich ist. Solche Geräte sind entweder in Geschäften für Gartenzubehör oder auch bei  Versandgeschäften für elektronische Geräte erhältlich.

Sofern Sie einen Handbelichtungsmesser für fotografische Zwecke besitzen, der die sogenannte Lichtmessung zuläßt (d.h. mit einem milchigem Vorsatz versehen ist), können Sie auch diesen hierfür mit ausreichender Genauigkeit benutzen: Stellen Sie als Filmempfindlichkeit 18 DIN (= 50 ASA) ein. Es ergibt sich nachfolgende Zuordung der sogenannten Lichtwerte (auch EV = exposure value genannt) zur Beleuchtungsstärke. Zusätzlich ist eine Zeit-Blendenkombination angegeben, da nicht alle Handbelichtungsmesser Lichtwerte anzeigen.

 Lichtwert = Blende/Zeit Beleuchtungsstärke
 7 1/4 s bei Bl. 5,6 700 Lux
 8 1/8 s bei Bl. 5,6 1400 Lux
 9 1/16 s bei Bl. 5,6 2800 Lux
 10 1/30 s bei Bl. 5,6 5600 Lux

Die Messung sollten Sie an einem normalen Tag vor- oder nachmittags bei leicht bedecktem Himmel durchführen. Um die Mittagszeit würden Sie Werte erhalten, die zu günstige Gegebenheiten vorgaukeln. Messen Sie genau dort, wo die Palme steht bzw. stehen soll. Es ist erforderlich, daß Sie nicht nur ganz vorne am Fenster messen, wo es natürlich am hellsten ist, sondern auch soweit im Innenraum, wie die Palme Platz beansprucht. Hierbei werden Sie manche Überraschung erleben! Welche Mindestwerte eingehalten werden sollten, lesen Sie bitte in der Übersicht der  Palmenarten oder den jeweiligen detaillierten Beschreibungen nach. Geringfügige Abweichungen nach unten können u.U. toleriert werden, wenn dies nur einzelne Wedel betrifft. Messen Sie ruhig auch einmal mitten im Wohnraum oder in Raumecken, denen durchaus eine optische Aufwertung durch Pflanzen guttun würde. Sie werden dabei feststellen, daß die Beleuchtungsstärke dort meist dermaßen gering ist, daß keine Pflanze auf Dauer gedeihen kann. Künstliche Beleuchtung ist hierbei mit Vosicht zu genießen, denn das üblicherweise verwendete Glühlampenlicht regt durch seinen hohen Rotanteil das Längenwachstum an, was zur Vergeilung der Pflanze führt. Dies gilt auch für die sogenannten Pflanzlampen auf Glühlampenbasis! Leuchtstofflampen sind hingegen sehr gut geeignet, solange sie tageslichtähnliches Licht (Lichtart "kaltweiß" o.ä.) abgeben und die Beleuchtungsstärke ausreicht. Weiterer Vorteil: Sie sind energiesparend. Teuer, gut und energiesparend sind Metalldampfhochdrucklampen (z.B. "Flora" von Osram), die speziell für diesen Zweck angeboten werden und ein bläuliches Licht wie die Metalldampflampen moderner Autos abgeben.

Bei Beleuchtung nur von einer Seite wie z.B. auf der Fensterbank sollte man, um einseitigen Wuchs zu vermeiden, die Palme regelmäßig drehen, damit jede Seite in den Genuß der Sonne kommt. Allerdings sollte man wissen, daß eine Pflanze eine nicht unerhebliche Energie aufwendet, ihre Blätter nach dem Licht auszurichten. Um diesen Energieaufwand so gering wie möglich zu halten, muß man entweder deutlich schneller drehen, als die Pflanze ihre Blätter ausrichten kann, oder deutlich langsamer, so daß der Energieaufwand sich auf einen langen Zeitraum verteilt und damit nicht schadet. Optimal wäre schnelles Drehen. Aber aus praktischen Gründen kommt dies wohl kaum in Frage, da pro Tag mindestens eine Umdrehung in kleinen Stufen erforderlich ist. Motorisierte Drehteller können nur dann eingesetzt werden, wenn die Palme beim Drehen nirgendwo hängen bleiben kann, was aufgrund der beengten Platzverhältnisse auf der Fensterbank häufig nicht der Fall ist. Praktikabel hingegen ist, die Palme jeden Tag um ein winziges Stück zu drehen. Wenn man täglich um 20 Grad dreht, ist eine Umdrehung (d.h. 360 Grad) nach 18 Tagen beendet.

Diesen Vorgang sollte man unterbrechen, wenn eine Palme einen neuen Wedel ausbildet. Andernfalls riskiert man ungleichmäßig ausgerichtete Blätter an einem Wedel oder einen krummen Palmwedel. Das Drehen darf erst dann fortgesetzt werden, wenn der betreffende Wedel voll ausgebildet ist.


Pflanzsubstrat

Wenn Sie eine Palme kaufen, wächst Sie meistens in einem für sie geeigneten Pflanzsubstrat. Darin kann sie solange bleiben, bis die Wurzeln aus den Abzugslöchern herauswachsen. Dann wird es Zeit zum Umtopfen. Das neue Substrat sollte für die allermeisten Palmen ein leicht saures Verhalten haben; es gibt nur sehr wenige Palmenarten, die nach alkalischem Substrat verlangen. Am leichtesten bewirkt man dies durch Verwendung von Torf. Torf alleine bietet jedoch kaum Nährstoffe. Deshalb muß man Kompost untermischen. Damit die Palme guten Halt findet und inclusive Topf einigermaßen standsicher ist, sollte man lehmige Gartenerde zusetzen. Die Zusammensetzung ist nicht sehr kritisch: Nichts falsch machen können Sie, wenn Sie von allem die gleiche Menge nehmen. Dem Ganzen sollten Sie nicht zu feinen Sand oder Quarzsplit beimengen. Einerseits macht dieser das Substrat lockerer, andererseits benötigen viele Palmen Silikate für den Zellaufbau. Wenn Sie wollen, können Sie zusätzlich organischen Dünger wie z.B. Hornspäne oder Guano untermischen. Großen Kübelpflanzen sollte man mehr Gartenerde zusetzen, um vor allem das Gewicht und damit die Standfestigkeit zu erhöhen.

Wählen Sie zum Umtopfen ein Pflanzgefäß, das nur wenig größer als das ursprüngliche ist, damit nicht das gesamte Wachstum nur in die Wurzeln geht. Füllen Sie zuerst ein 1-2 cm hohe (bei hohen Kübeln mehr) Drainageschicht bestehend aus kleinen Steinen, Blähton o.ä. ein; dies ist sehr wichtig! Da sie Wurzeln ein luftiges Substrat benötigen, mischen Sie am besten in ausreichender Menge Styroporkügelchen, Blähton oder andere luftige Füllstoffe unter einen Teil des vorbereiteten Substrats und füllen sie damit das neue Pflanzgefäß um die Palme herum bis zu ca. 3/4. Da dieses mit diesen Stoffen angereicherte Substrat optisch nicht sehr ansprechend ist, können Sie den Rest mit dem nichtangereicherten Substrat auffüllen. Anschließend wird leicht angegossen und die Palme keinen besonderen Belastungen ausgesetzt, bis sie angewachsen ist.

Die beste Umtopfzeit ist im Frühjahr. Im Winterquartier darf keinesfalls umgetopft werden, da sonst die Pflanze zum Wachstum angeregt wird, obwohl die Umgebungsbedingungen alles andere als optimal sind. Gleiches gilt für den Spätherbst: Unnötige Wachstumsimpulse müssen vermieden werden. Dies gilt natürlich nicht für solche Zimmerpalmen, die auch im Winter erkennbar wachsen; diese kann man ohne Schaden jederzeit umtopfen.

Auf den Kauf von sogenannten Spezial-Substraten können Sie übrigens guten Gewissens verzichten. Denn diese bestehen meistens nur aus Torf mit geringen Nährstoffbeimengungen und ggf. Füllstoffen. Sie sind in reiner Form sowieso höchstens für kleinere Pälmchen geeignet. Mischen Sie besser reinen Torf, der zudem erheblich preisgünstiger ist, mit Kompost, Gartenerde, Sand und ggf. Füllstoffen. Diese Mischung ist für fast alle Palmen geeignet.


Wasser

Gießzeit und -menge
Palmen müssen regelmäßig aber keineswegs täglich gegossen werden. Wer täglich mit der Gießkanne herumrennt und wahl- und ziellos Wasser "al gusto" verteilt, macht mit Sicherheit etwas verkehrt. Einerseits kommt es so oft vor, daß Pflanzen mit niedrigem Wasserverbrauch in fauligem Sumpf stehen, bei solchen mit hohem Wasserverbrauch hingegen das Wasser die unteren Wurzeln gar nicht erreicht. Vielmehr muß das Gießen mit Maß und Ziel erfolgen, da Palmen oft empfindlich gegen Staunässe sind. Wenn Sie Übertöpfe ohne Abzugloch benutzen, kontrollieren Sie bitte ein paar Minuten nach dem Gießen, ob sich kein Wasser in nennenswerter Menge darin gesammelt hat. Grundsätzlich sollte man nicht um die Mittagszeit gießen sondern besser morgens oder abends, wenn die Sonne nicht hoch am Himmel steht.

Während der Wachstumszeit vom Frühling bis in den frühen Herbst muß natürlich mehr als in der Ruhezeit gegossen werden. Ein einfacher Trick hilft, wenn man sich nicht sicher ist, ob nun gegossen werden muß oder nicht: Wenn man mit dem Zeigefinger ca. 5 cm in die Erde bohrt, kann man leicht feststellen, ob die Erde trocken, leicht feucht, normal feucht oder naß ist. Gegossen wird nur, wenn die Erde leicht feucht oder trocken ist. Seien Sie nicht beunruhigt, wenn die Pflanze -vor allem im Winter- nur wenig Wasser aufnimmt. Mit der Zeit bekommt man auch ein Gefühl dafür, wieviel man gießen muß. Dabei ist es nicht schlimm, wenn ein wenig Wasser aus dem Kübel wieder herausläuft. Sofern der Kübel sich in einem Übertopf befindet, muß man Sorge tragen, daß dieser nach einigen Minuten entleert wird, damit die Palme nicht dauerhaft "mit den Füßen im Wasser steht". Dies würde dazu führen, daß die Haarwurzeln absterben und schlimmstenfalls die Palme eingeht. Aufpassen muß man aber bei sehr trockenem Substrat. Hier fließt das Wasser oft wirkungslos zwischen Substrat und Topf nach unten durch; (nicht nur) dann sollte man nach der nachfolgend beschriebenen Tauchmethode gießen.

Allgemein sehr gute Erfolge als Gießmethode kann die Tauchmethode für sich verbuchen, die allerdings einigen Aufwand macht. Hierbei stellt man den Pflanztopf mit dem fast völlig trockenen Wurzelballen in ein größeres Gefäß, das soviel Wasser enthält, daß der Wurzelballen völlig untertaucht. Hierin beläßt man ihn solange, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Danach läßt man ihn einige Minuten lang abtropfen und stellt die Palme wieder an den ursprünglichen Platz. Mit dieser Methode kann man nebenbei bemerkt auch einige Urlaubstage überbrücken, wenn sich niemand um die Pflanzen kümmern kann. Eine Variante dieser Vorgehensweise ist, das Pflanzgefäß in Wasser zu stellen (auch im eigenen Übertopf möglich) und einige Minuten zu warten (max. 1/2 Stunde), bis das Wasser durch Kapillarwirkung hochgesogen wurde. Das Substrat ist dann richtig naß, wenn auch die Oberfläche durchnäßt ist, ohne von oben Wasser erhalten zu haben. In beiden Fällen wartet man mit der nächsten Wässerung so lange, bis der Wurzelballen nur noch ganz leicht feucht ist. Dies kann abhängig von der Größe des Pflanzgefäßes, dem Wasserverbrauch der Palme und der Temperatur leicht mehrere Tage bis Wochen dauern. Im Winter sollte man diese beiden Methoden nicht anwenden, da für die Überwinterung der Wurzelballen zu naß wird.

Sie sehen einen Widerspruch zur Forderung, daß das Substrat "nicht klitschnaß" werden soll? Nun, das Substrat darf bei jeder Palme ab und zu völlig durchnäßt werden. Bei starkem Regen passiert in der Natur nichts anderes. Wichtig ist, daß dieser Zustand nicht zu lange andauert. Dadurch, daß man mit dem Gießen solange wartet, bis das Substrat fast trocken ist, nimmt die Palme bei einem reichlichen Angebot auch schnell viel Wasser auf, was das Zuviel an Feuchtigkeit im Wurzelballen innerhalb kurzer Zeit beseitigt. Den Wurzeln bekommen die wechselnden Feuchtigkeitsverhältnisse übrigens ausgesprochen gut. Bei niedrigen Temperaturen hingegen wird das Zuviel an Wasser nicht schnell genug verbraucht, so daß die Tauchmethode im Winter, so hervorragend sie im Sommer auch ist, fehl am Platze ist.

Anforderungen an das Gießwasser
Gießen kann man mit normalem Leitungswasser, das jedoch vor dem Gießen abstehen sollte - nicht zuletzt, um Zimmertemperatur anzunehmen. Eiskaltes Wasser mag nämlich kaum eine Pflanze. Besser ist natürlich temperiertes Regenwasser.

Wichtig ist auch, daß der Boden nicht durch das Gießwasser verkalkt, d.h. daß der sogenannte pH-Wert nicht in den alkalischen Bereich gerät. Denn die allermeisten Palmen bevorzugen leicht saure Böden. Am einfachsten fragen Sie Ihr Wasserwerk nach der Wasserhärte. Alternativ können Sie die Härte mit Teststäbchen, die Sie im Aquariumgeschäft, im  Versandhandel oder manchmal in Baumärkten und Gartencentern erhalten können, selbst feststellen. Allerdings geht es auch mit einem einfachen Trick: Lassen Sie einen oder mehrere Tropfen Wasser auf einem sauberen, klaren und glatten Glasplättchen eintrocknen. Halten Sie das Glasplättchen dann gegen das Licht. Sind keinerlei Rückstände sichtbar, haben Sie weiches Wasser. Sehen Sie jedoch leichte oder sogar starke Kalkringe, haben Sie hartes Wasser. Wichtig ist, daß Sie ganz genau hinsehen und ggf. eine Lupe benutzen. Weiches Wasser können Sie bedenkenlos unbehandelt verwenden, hartes Wasser sollte jedoch wie in  Wasseraufbereitung beschrieben "nachbearbeitet" werden.


Düngung

Palmen in Kübeln sollte man während der Vegetationsperiode regelmäßig mit einem geeigneten Dünger düngen. Sofern Sie mehr über Aufbau, Wirkungsweise, Anwendung und Selbstmischen von Dünger erfahren möchten, können Sie dies in  Grundlegendes über Dünger nachlesen.

Als Palmendünger können Sie mit gutem Erfolg jeden beliebigen Dünger für Blattpflanzen verwenden. Bei dieser Sorte Dünger sind alle Nährstoffe mehr oder weniger gleich dosiert, wobei der Phosphoranteil idealerweise ein wenig geringer als der Stickstoff- und Kaliumanteil ist. Beispiele für geeignete Dünger sind 8-6-8, 8-6-10, 7-6-8 oder so ähnlich. Vielfache davon (wie 4-3-4 oder 12-9-12 statt 8-6-8) haben natürlich die gleiche Wirkung, sind aber schwächer bzw. stärker konzentriert, was man beim Herstellen der gebrauchsfertigen Düngerlösung beachten muß. Einen solchen Dünger kann man während der gesamten Vegetationsperiode verwenden.

Was Sie überhaupt nicht benötigen, ist ein Dünger, der in großen Lettern als Palmendünger gekennzeichnet ist. Abgesehen davon, daß diese selbsternannten Spezialdünger meistens unverschämt teuer sind, entspricht die Nährstoffzusammensetzung oft noch nicht einmal den Bedürfnissen von Palmen. Gut geeignet sind allermeistens sogenannte Grünpflanzendünger. Und wenn Sie der Industrie glauben und meinen, ein Dünger benötige unbedingt Spurennährstoffe, Vitamine usw., sollten Sie sich vielleicht zur Lektüre von  Grundlegendes über Dünger hinreißen lassen, bevor Sie sich über den Tisch ziehen lassen.

Auch Kalk (z.B. meines Wissens in Thomasphosphat und Blaukorn enthalten) ist in geringen Mengen erlaubt, selbst wenn viele Pflanzen kalkiges Wasser absolut nicht mögen. Ein Widerspruch? Das Geheimnis liegt darin, daß viele Pflanzen zwar Calcium brauchen, aber die meistens dargereichte Form, nämlich Calciumcarbonat sprich Kalkstein oder Calciumhydroxid sprich gelöschter Kalk, den pH-Wert zu sehr in die Höhe treibt. Sorgt man mit geeigneten Maßnahmen (z.B. mit Essigsäure, siehe  Wasseraufbereitung) dafür, daß der pH-Wert im "grünen Bereich" bleibt, ist Kalk grundsätzlich erlaubt. Auf darüberhinausgehende Kalkgaben sollte man aber verzichten.

Generell kann man sagen, daß infolge fehlender Düngung noch kaum eine Pflanze eingegangen ist, da bereits im Substrat Nährstoffe enthalten sind, wegen Überdüngung jedoch schon viele Pflanzen ihr Leben lassen mußten. Deshalb sollte man mit dem Dünger tendenziell sparsam umgehen.


Pflegetips

Ein Tip am Rande, der wenig Aufwand macht, aber einen äußerst positiven Einfluß auf den Habitus und die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen hat:
Man sollte es kaum glauben, aber das regelmäßige Einsprühen der Pflanzen mit verdünntem Algensaft (im Handel erhältlich) fördert nicht nur eine sattgrüne Farbe der Blätter, sondern stärkt deren gesamte Widerstandskraft. Alleine die gesunde Farbe der Blätter rechtfertigt schon die Anwendung. Algensaft hat keine unerwünschten Nebenwirkungen und ist für alle Pflanzen geeignet. Auch die Problemkinder Rosen, die sehr empfindlich gegenüber Schädlingen und Rußtau sind, reagieren darauf äußerst positiv.

Die Wirkung ist darauf zurückzuführen, daß Algensaft reich an allen wichtigen Spurenelementen und weiteren der Gesundheit der Pflanzen zuträglichen Stoffen ist. Sie werden direkt über die Blätter aufgenommen. Zwar konnte ich nicht in Erfahrung bringen, um welche Stoffe es sich genau handelt, jedoch kann ich die positive Wirkung absolut bestätigen. Das Einsprühen der Blätter hat zudem den Vorteil, daß selbst bei häufiger Anwendung nicht die Gefahr der Überdüngung des Pflanzsubstrats gegeben ist. Über die Blätter nimmt eine Pflanze nicht mehr auf als ihr gut tut. Zudem mögen sehr viele Pflanzen, wenn Sie ab und an einmal abgeduscht werden - ein positiver Nebeneffekt.

Anwenden sollte man Algensaft alle 3 bis 4 Wochen. Die beste Zeit hierfür ist der Spätnachmittag oder der frühe Abend, damit nicht durch Sonneneinstrahlung die Inhaltsstoffe zersetzt werden. Gespritzt werden sollte auf die Unterseite der Blätter, da auf der Oberseite nur wenige Blattspalte, über die der Algensaft aufgenommen wird, vorhanden sind. Eine regelmäßige Anwendung ist übrigens zwar wünschenswert aber nicht unbedingt erforderlich - meine Pflanzen bekommen Algensaft auch nur relativ unregelmäßig, nämlich dann, wenn ich Zeit habe und auch daran denke.

Anmerkung: Algensaft muß unbedingt unter die Blätter gesprüht werden. Bei Verwendung im Gießwasser konnte ich die beschriebenen positiven Effekte nicht beobachten.
  

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Letztes Update dieser Seite: 23.08.2014 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)